Wohnung auflösen nach einem Todesfall: Was Angehörige wissen sollten
Wenn ein Mensch stirbt, bleiben Angehörige nicht nur mit ihrer Trauer zurück. Oft müssen sie gleichzeitig eine Wohnung auflösen, Verträge kündigen, Unterlagen sortieren und viele praktische Entscheidungen treffen. Gerade die Wohnung kann dabei besonders schwerfallen: Jeder Raum, jedes Möbelstück und manche scheinbar belanglose Kleinigkeit können Erinnerungen wecken.
Deshalb gilt zunächst: Sie müssen nicht alles sofort erledigen.
Erst sichern, dann sortieren
Bevor die Wohnung vollständig ausgeräumt wird, sollten wichtige Unterlagen und persönliche Wertgegenstände gesichert werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Mietvertrag und Versicherungsunterlagen
- Bank- und Rentenunterlagen
- Testament und Vollmachten
- wichtige Rechnungen und Verträge
- Schmuck, Bargeld und andere Wertsachen
- persönliche Dokumente und Fotos
Auch Briefe, Notizbücher oder scheinbar alte Unterlagen sollten zunächst nicht einfach entsorgt werden. Sie können für die Nachlassabwicklung noch wichtig sein.
Besonders wichtig: Klären Sie zunächst, wer Erbe geworden ist. Wer eine Erbschaft möglicherweise ausschlagen möchte, sollte nicht vorschnell über Nachlassgegenstände verfügen. Die gesetzliche Ausschlagungsfrist beträgt grundsätzlich sechs Wochen.
Was passiert mit dem Mietvertrag?
Der Mietvertrag endet durch den Tod des Mieters nicht automatisch. Je nach Situation können Angehörige in das Mietverhältnis eintreten oder der Erbe kann unter bestimmten Voraussetzungen von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. § 564 BGB sieht hierfür grundsätzlich eine Kündigungsfrist von einem Monat vor.
Informieren Sie den Vermieter deshalb möglichst frühzeitig und klären Sie, wie es mit der Wohnung weitergeht. Kündigen oder räumen Sie die Wohnung nicht vorschnell, wenn die erbrechtliche Situation noch ungeklärt ist.
Strom, Gas, Internet und Versicherungen
Auch die laufenden Verträge der Wohnung sollten überprüft werden.
Dazu zählen zum Beispiel:
- Strom und Gas
- Internet und Telefon
- Rundfunkbeitrag
- Zeitungen und Abonnements
- Hausrat- und Haftpflichtversicherung
- weitere Versicherungen und Verträge
Sinnvoll ist es, Zählerstände zu fotografieren und die entsprechenden Anbieter über den Todesfall zu informieren. Bei Versicherungen sollten Angehörige ebenfalls möglichst zeitnah prüfen, welche Verträge bestehen und welche Unterlagen benötigt werden.
Was ist mit Haustieren?
Lebt ein Hund, eine Katze oder ein anderes Tier in der Wohnung, muss zunächst seine Versorgung sichergestellt werden. Futter, Wasser, Medikamente und gegebenenfalls ein Tierarztbesuch sollten organisiert werden. Anschließend muss geklärt werden, wer das Tier dauerhaft übernehmen kann. Die Versorgung eines Haustieres sollte nicht bis zur eigentlichen Wohnungsauflösung warten.
Nicht alles muss sofort weg
Die eigentliche Räumung ist für viele Angehörige der emotional schwierigste Schritt. Ein guter Ansatz kann sein, zunächst drei Gruppen zu bilden:
Behalten: persönliche Erinnerungsstücke und Dinge, die Ihnen wichtig sind.
Später entscheiden: Gegenstände, bei denen Sie noch unsicher sind.
Weitergeben oder entsorgen: Dinge, von denen Sie sicher wissen, dass Sie sie nicht benötigen.
Gerade die zweite Gruppe ist wichtig. Sie nimmt den Druck heraus, unmittelbar über ein ganzes Leben entscheiden zu müssen. Bei größeren Haushalten oder sehr vielen Möbeln kann anschließend ein professionelles Entrümpelungsunternehmen unterstützen.
Vorsicht bei wertvollen Gegenständen
Schmuck, Bargeld, Kunstgegenstände, Fahrzeuge oder andere wertvolle Dinge gehören grundsätzlich zum Nachlass. Sind mehrere Personen Erben, sollten solche Gegenstände nicht einfach untereinander verteilt oder verkauft werden, bevor geklärt ist, wem was zusteht. Im Zweifel ist eine rechtliche Beratung sinnvoll.
Am Ende: Wohnungsübergabe
Wenn die Wohnung vollständig geräumt ist, sollten vor der Übergabe noch einmal alle Schlüssel zusammengetragen, Zählerstände dokumentiert und der Zustand der Räume fotografiert werden. Ein Übergabeprotokoll kann helfen, spätere Missverständnisse zu vermeiden.
Sie müssen das nicht alles allein schaffen
Eine Wohnung nach einem Todesfall aufzulösen, ist mehr als eine organisatorische Aufgabe. Es bedeutet häufig, sich Stück für Stück von einem vertrauten Lebensumfeld zu verabschieden. Deshalb darf dieser Prozess Zeit brauchen.
Das Bestattungshaus Schlage in Leichlingen begleitet Sie nicht nur bei der Organisation der Bestattung, sondern steht Ihnen auch bei vielen Fragen rund um den Sterbefall zur Seite.
Erst sichern. Dann sortieren. Dann entscheiden. Und vor allem: Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen.



