Bestattungsvorsorge-Checkliste

Bestattungsvorsorge: Warum Selbstbestimmung das wertvollste Erbe ist

Der Tod ist ein Thema, das wir gerne „auf später“ verschieben. Doch die Bestattungskultur in Deutschland hat sich stark gewandelt. Zwischen neuen ökologischen Bestattungsformen, steigenden Friedhofsgebühren und einer immer mobileren Gesellschaft ist die Bestattungsvorsorge heute wichtiger denn je. Es geht dabei nicht nur um Geld – es geht um Entlastung, Klarheit und den letzten Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

Warum ist Bestattungsvorsorge heute so wichtig?

Früher war der Ablauf einer Beerdigung oft durch Tradition und die Ortskirche vorgegeben. Heute ist die Auswahl riesig, aber auch die Verantwortung für die Hinterbliebenen gewachsen.

  • Finanzielle Sicherheit: Die Kosten für eine würdevolle Bestattung liegen 2026 im Schnitt zwischen 5.000 und 13.000 Euro. Da das gesetzliche Sterbegeld längst Geschichte ist, schützt eine Vorsorge Ihre Angehörigen vor einer plötzlichen finanziellen Belastung.
  • Entlastung in der Trauer: Im Ernstfall müssen Angehörige innerhalb von 48 Stunden über 100 Entscheidungen treffen. Wer vorsorgt, nimmt seinen Liebsten diese Last ab.
  • Sicherung der eigenen Wünsche: Ob eine traditionelle Erdbestattung, eine klimaneutrale „Reerdigung“ oder eine Urnenbeisetzung im Ruheforst – Sie stellen sicher, dass Ihr Abschied so gefeiert wird, wie Sie es sich vorstellen.

Die drei Säulen der Bestattungsvorsorge: Was Sie beachten sollten

Eine gute Vorsorge besteht aus zwei Teilen: Was soll passieren und wie wird es bezahlt?

  1. Der Bestattungsvorsorgevertrag (Inhaltlich)

In Zusammenarbeit mit dem Bestattungshaus Schlage Wahl legen Sie alle Details fest.

  • Bestattungsart: Sarg oder Urne?
  • Ort: Friedhof, Wald, See oder alternative Formen?
  • Ablauf: Musikwünsche, Redner, Blumenschmuck und die Gästeliste für den Leichenschmaus.
  1. Die finanzielle Absicherung (Formal)

Damit das Geld sicher ist, gibt es zwei gängige Wege:

  • Treuhandkonto: Sie zahlen den Betrag auf ein geschütztes Konto ein. Das Geld ist zweckgebunden und vor dem Zugriff durch das Sozialamt (z. B. bei Pflegebedürftigkeit) als Schonvermögen geschützt.
  • Sterbegeldversicherung: Besonders sinnvoll, wenn Sie keine hohen Summen auf einmal anlegen möchten, sondern monatliche Beiträge bevorzugen.
  1. Rechtliche Dokumente

Ergänzen Sie Ihre Vorsorge unbedingt durch eine Bestattungsverfügung. Ohne diese entscheiden im Zweifel die nächsten Verwandten nach deren Ermessen. Auch eine Vorsorgevollmacht ist essenziell, damit Ihre Vertrauensperson überhaupt handlungsfähig ist.

Schritt für Schritt: So sorgen Sie richtig vor

  1. Wünsche notieren: Schreiben Sie unverbindlich auf, was Ihnen wichtig ist.
  2. Bestatter ansprechen: Führen Sie mit uns ein Beratungsgespräch. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen.
  3. Finanzierung wählen: Entscheiden Sie zwischen Einmalzahlung (Treuhand) oder Versicherung.
  4. Angehörige informieren: Reden Sie darüber! Hinterlegen Sie die Unterlagen so, dass sie im Ernstfall sofort gefunden werden (nicht im Bankschließfach!).

Bestattungsvorsorge ist kein Tabu mehr, sondern ein Akt der Fürsorge für jene, die bleiben. Es ist das gute Gefühl, alles geregelt zu haben.