Was bleibt bei einer Einäscherung? Asche, Knochen & Zähne
Ist in einer Urne wirklich nur Asche? Was passiert mit den Knochen? Bleiben Zähne übrig? Und was geschieht mit einem künstlichen Hüftgelenk oder einem Herzschrittmacher?
Solche Fragen stellen sich viele Menschen, wenn sie über eine Feuerbestattung nachdenken. Und tatsächlich ist das, was nach einer Einäscherung in die Urne kommt, etwas anderes als die feine graue Asche, die man beispielsweise von einem Kamin kennt.
Was bleibt nach einer Einäscherung übrig?
Bei einer Kremation wird der Körper in einem Krematorium bei hohen Temperaturen eingeäschert. Dabei werden die organischen Bestandteile weitgehend umgesetzt. Zurück bleiben vor allem die mineralischen Bestandteile der Knochen. Die werden nach dem Einäscherungsvorgang weiter aufbereitet. Erst dadurch entsteht die Kremationsasche, die anschließend in eine Aschekapsel gefüllt und der Urne beigegeben wird.
Die Bezeichnung „Asche“ ist deshalb etwas vereinfacht: In der Urne befindet sich nicht einfach das, was nach einer Verbrennung übrigbleibt, sondern das aufbereitete Ergebnis des Kremationsprozesses.
Sind in der Urne noch Knochen?
Ja – genauer gesagt bleiben die mineralischen Bestandteile der Knochen zurück. Während der Kremation verändern sich die Knochen durch die hohen Temperaturen. Nach dem Vorgang sind sie spröde und werden in einem weiteren Arbeitsschritt mechanisch aufbereitet. So entsteht ein feinkörniges Material, das anschließend als Kremationsasche in die Urne gelangt. Die Kremationsasche besteht also zu einem wesentlichen Teil aus den mineralischen Überresten des Skeletts.
Was passiert mit den Zähnen?
Auch Zähne bestehen aus mineralischen und organischen Bestandteilen. Die mineralischen Bestandteile können den Kremationsprozess überstehen. Sie werden anschließend zusammen mit den übrigen mineralischen Überresten aufbereitet. In der fertigen Urne liegen deshalb nicht einfach erkennbare einzelne Zähne. Die Kremationsasche ist das aufbereitete Gesamtmaterial aus den mineralischen Überresten der Kremation.
Was passiert mit künstlichen Gelenken?
Ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk besteht beispielsweise aus Metall, Keramik oder anderen Materialien. Solche Materialien verhalten sich während der Kremation anders als organisches Gewebe oder Knochen. Je nach Material können Implantate oder andere metallische Bestandteile zurückbleiben. Sie werden nach der Kremation aus den verbliebenen Rückständen entfernt und gelangen normalerweise nicht zusammen mit der Kremationsasche in die Urne.
Und was ist mit einem Herzschrittmacher?
Bei implantierten medizinischen Geräten gelten besondere Regeln. Vor einer Kremation muss deshalb geklärt werden, ob beispielsweise ein Herzschrittmacher oder ein anderes Gerät vorhanden ist. Bestatter und Krematorium berücksichtigen solche Implantate im Ablauf der Einäscherung. Deshalb sollten Angehörige beziehungsweise der Arzt dem Bestattungsunternehmen bekannte Implantate mitteilen.
Wie wird sichergestellt, dass die Asche nicht verwechselt wird?
Das ist eine der Fragen, die Angehörige besonders beschäftigen können. Während des gesamten Kremationsablaufs wird die Identität des Verstorbenen eindeutig dokumentiert und durch ein feuerfestes Identifikationsmittel gesichert. Es begleitet den Verstorbenen durch den Kremationsprozess.
Nach der Einäscherung werden die verbliebenen mineralischen Überreste aufbereitet und anschließend in die dafür vorgesehene Aschekapsel gefüllt. So bleibt die Zuordnung zum Verstorbenen gewährleistet.
Kann man anhand der Asche erkennen, wer darin ist?
Nein. Anhand des Aussehens der Kremationsasche lässt sich normalerweise nicht erkennen, von welcher Person sie stammt. Die eindeutige Zuordnung erfolgt deshalb über die Identifikation und Dokumentation während des Kremationsprozesses – nicht anhand der fertigen Asche.
Wie viel Asche bleibt bei einer Einäscherung übrig?
Darauf gibt es keine für jeden Menschen gleiche Antwort. Die Menge hängt unter anderem von der individuellen Knochenmasse und damit beispielsweise von Körpergröße und Körperbau ab.
Warum stellen Menschen diese Fragen?
Vielleicht ist das die wichtigste Frage hinter dem Thema. Viele Angehörige möchten nach einem Todesfall genau verstehen, was mit dem Körper ihres geliebten Menschen geschieht. Manche haben Angst vor der Vorstellung einer Einäscherung. Andere möchten einfach wissen, was sie erwartet. Und manche Fragen sind so persönlich, dass man sich kaum traut, sie beim Bestatter anzusprechen. Das ist völlig in Ordnung.
Fragen wie „Sind die Zähne noch da?“, „Was passiert mit einem künstlichen Gelenk?“ oder „Was ist tatsächlich in der Urne?“ sind keine pietätlosen Fragen. Sie helfen dabei, einen Vorgang zu verstehen, der für die meisten Menschen fremd ist.
Was bleibt am Ende wirklich?
Bei einer Einäscherung bleiben vor allem die mineralischen Bestandteile des Körpers zurück. Diese werden aufbereitet und als Kremationsasche in einer Aschekapsel beigesetzt. Doch für Angehörige bedeutet eine Urne meist weit mehr als das. Sie steht für einen Menschen, mit dem ein ganzes Leben verbunden ist: gemeinsame Erinnerungen, Gespräche, Gewohnheiten, Bilder und Geschichten.
Sie haben Fragen zur Feuerbestattung?
Wenn Sie wissen möchten, wie eine Einäscherung konkret abläuft, welche Möglichkeiten der Abschiednahme bestehen oder was mit der Urne anschließend geschieht, sprechen Sie uns gerne an. Auch Fragen, die Ihnen vielleicht ungewöhnlich oder unangenehm erscheinen, dürfen gestellt werden. Ein guter Abschied beginnt manchmal mit einer Frage, die man sich zunächst kaum zu stellen traut.



