Zwischen Pietät und schwarzem Humor: Bestatter als Filmstars
Ständig wird im Kino gestorben oder ermordet, doch selten steht derjenige im Rampenlicht, der sich am Ende um alles kümmert: der Bestatter. Wer glaubt, Filme über dieses Metier seien zwangsläufig düster oder deprimierend, irrt gewaltig. Die Filmgeschichte hat eine Handvoll Werke hervorgebracht, die das Handwerk der letzten Ehre mal als meditative Kunstform, mal als Bühne für absurden britischen Humor inszenieren. Also Popcorn raus und hingeschaut.
Den Goldstandard für die emotionale Tiefe dieses Berufs setzt zweifellos das japanische Meisterwerk Departures (Okuribito). Der Film erzählt die Geschichte eines gescheiterten Cellisten, der in der rituellen Totenwaschung eine neue Bestimmung findet. Hier wird das Bestatten nicht als Entsorgung, sondern als choreografierter Akt der Liebe dargestellt. Es ist ein stiller, visuell berauschender Film, der zeigt, wie viel Würde darin liegt, einem Menschen den letzten Dienst zu erweisen. Wer hier keine Träne vergießt, hat vermutlich ein Herz aus Stein.
Einen völlig anderen, fast schon anarchischen Weg schlägt Sterben für Anfänger ein. Regisseur Frank Oz nutzt das Setting einer Trauerfeier für ein schwindelerregendes Pointen-Feuerwerk. Hier prallt die steife britische Etikette auf nacktes Chaos: verwechselte Leichen, halluzinogene Drogen und Familiengeheimnisse machen die Beerdigung zum Desaster. Es ist die ultimative Erinnerung daran, dass der Tod zwar endgültig ist, die menschliche Unfähigkeit zur Würde aber oft noch darüber hinausreicht.
Für Fans von Charakterstudien, die auf wahren Begebenheiten beruhen, ist Bernie – Leichen pflastern seinen Weg ein Muss. Jack Black spielt den (zu) freundlichen Bestatter Bernie Tiede mit einer beängstigenden Perfektion. Der Film balanciert gekonnt auf dem schmalen Grat zwischen Dokumentation und schwarzer Komödie und stellt die provokante Frage: Darf man einen Mörder ungeschoren davonkommen lassen, wenn er die Toten der Stadt so liebevoll schminkt wie kein Zweiter?
Wer es hingegen etwas romantischer mag, findet in Grabgeflüster – Liebe versetzt Erdenreich eine charmante Nische. Der Film kontrastiert die alte Schule der Bestattung mit dem modernen „Event-Begräbnis“ und nutzt den vorgetäuschten Tod als Ausweg für eine verbotene Liebe. Es ist ein wunderbar verschrobener Blick auf ein Gewerbe, das sich zwischen Tradition und Kommerz neu erfinden muss.
Fazit: Ob als poetisches Drama oder makabre Komödie – Filme über Bestatter schaffen es, uns die Angst vor dem Ende zu nehmen, indem sie uns zeigen, dass das Leben (und das Lachen) selbst am offenen Grab nicht aufhört.



